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Badezimmer ohne Fenster

WCs und Badezimmer ohne Fenster sind sicher nicht der Traum jedes Bauherrn. Dennoch sind solche innenliegenden Sanitärräume regelmäßig anzutreffen. Klar ist, dass hier lüftungstechnische Maßnahmen erforderlich sind: Feuchtigkeit und schlechte Gerüche müssen raus und frische Luft rein. In älteren Gebäuden wird dieses Problem oft über eine Schwerkraftlüftung, also über den Kamineffekt, gelöst: In einem zum Sanitärraum geöffneten Abluftschacht strömt die verbrauchte Luft durch Naturzug nach oben und übers Dach ab. Wird ein Haus energetisch saniert, dann funktioniert das Prinzip nicht mehr, denn energetische Sanierung heißt in der Regel auch neue und luftdichte Fenster. Dann kann über die Wohnung keine Luft mehr in das Bad und in das WC nachströmen und der Naturzug bricht zusammen. In Neubauten gilt dieser Gedankengang erst recht, denn hier sind neben luftdichten Fenstern auch noch die Wände in luftdichter Bauweise ausgeführt.

Prinzipiell gibt es zwei Wege zur Problemlösung: Die kontrollierte Wohnraumlüftung über eine zentrale Anlage mit Wärmerückgewinnung oder einfache Abluftventilatoren für die Sanitärräume. Bei Mehrfamilienhäusern gilt es bei Lüftungsanlagen besondere Maßnahmen in Sachen Brandschutz zu berücksichtigen, denn Rauchgase können sich im Brandfall über ein Lüftungssystem im ganzen Haus verteilen und im ungünstigsten Fall kann das Feuer sogar durchschlagen. Dagegen gibt es bewährte und zum Teil auch zwingend vorgeschriebene Konstruktionsprinzipien für Lüftungsanlagen und spezielle Bauteile wie Brand- und Rauchschutzklappen. Planung und Ausführung gehören natürlich in die Hände von Profis – allein schon aus Haftungsgründen. Im Falle eines Brandes stellen die Maßnahmen sicher, dass die Bewohner die Gefahrenzone sicher verlassen können. 

Abluftanlagen für innenliegende Sanitärräume

Solche Systeme werden auch als Einrohr-Entlüftungsanlagen bezeichnet. Sie sind nach der Norm DIN 18017 Teil 3 zu berechnen und auszuführen – natürlich vom Profi. Vorteile sind überschaubare Baukosten und der verhältnismäßig geringe Energieverbrauch, denn der Ventilator läuft nur bei Bedarf. Er startet seinen Betrieb mit dem Einschalten des Lichts und läuft nach Ausschalten des Lichts noch eine gewisse Zeit weiter. Von Nachteil sind die Laufgeräusche, denn die Ventilatoren müssen in kurzer Zeit große Luftströme bewegen. Allerdings sind moderne Geräte schalloptimiert und relativ leise. Scheppernde und lärmende Lüftungsanlagen, wie sie der eine oder andere von Hotels kennt, sind definitiv nicht mehr der heutige Stand der Technik.

Bei der Einrohranlage ist darauf zu achten, dass Luft aus der Wohnung nachströmen kann. Sind die Fenster zu dicht, sind Öffnungen in die Außenwände einzubringen. Auch Fensterrahmen mit Lüftungsschlitzen sind eine Möglichkeit.

Kontrollierte Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung

Die kontrollierte oder mechanische Wohnraumlüftung mit Wärmerückgewinnung ist von den beiden genannten Möglichkeiten die aufwändigere Variante, die sich auf lange Sicht jedoch durch Energieeinsparungen rechnet. Grundsätzlich ist dieses Verfahren für einen luftdicht gebauten Neubau oder einen entsprechend energetisch sanierten Altbau der beste Weg. Grund hierfür ist das gewohnte Lüftungsverhalten der Hausbewohner. In luftdichten Gebäuden konzentrieren sich Wasserdampf, CO2 und flüchtige Substanzen, wie sie beispielsweise neue Möbel oder Teppiche ausdünsten, mit der Zeit in der Luft auf. Regelmäßige und kräftige Fensterlüftungen sind also angesagt, was in der Praxis jedoch nicht so funktioniert. Die Leute sind es gewohnt, die Fenster nur bei gefühltem Bedarf zu öffnen. Das ist bei alten Fenstern kein Problem, denn diese haben eine gewisse Undichtigkeit. Diese sorgt dafür, dass die Raumluft alle ein bis zwei Stunden einmal komplett ausgetauscht wird. Das reicht aus, um die durch die Bewohner produzierte Feuchtigkeit aus dem Haus zu schaffen, so dass keine Feuchteprobleme und in Folge davon Schimmel auftreten.

Bei luftdichten Gebäuden saugt die kontrollierte Wohnraumlüftung die verbrauchte Luft aus Küche, Bad und WC über einen Ventilator ab. In der Lüftungsanlage befindet sich ein Wärmetauscher, in dem die warme und feuchte Abluft ihre Wärme an die frische Luft, die aus der Umgebung angesaugt wird, abgibt. Diese vorgewärmte Luft wird über Kanäle in die Wohnräume verteilt. Über gezielte Undichtigkeiten in den Innenraumtüren strömt die Luft über den Flur in die Sanitärräume und von dort wieder in die Lüftungsanlage. Dieser Aufwand lohnt sich, denn durch die erforderlichen Fensterlüftungen würde sehr viel Wärme an die Umgebung entweichen. Der Wärmeübertrager im Lüftungsgerät fängt diese Wärme größtenteils auf und führt sie der Zuluft zu. Außerdem verhindert die mechanische Lüftung Bauschäden durch Feuchtigkeit und in Folge davon Schimmel. Die Gerichte sind mit solchen Fällen noch auf viele Jahre eingedeckt. Weitere Vorteile sind Lärmschutz und pollenfreie Innenluft bei Einsatz eines entsprechenden Filters. Im Sommer dürfen die Fenster auf Wunsch natürlich auch bei Lüftungsanlagen weiterhin offen stehen.

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