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Die zwölf wichtigsten Trends im Bäderbau

Das moderne Badezimmer sieht anders aus als eines, das vor zehn, 20 oder 30 Jahren gebaut wurde. Die Gründe dafür liegen zum Teil im veränderten Einrichtungsstil der Menschen, auch im veränderten Nutzungsverhalten, aber zum größten Teil im technischen Fortschritt begründet. Wir haben die augenfälligsten Trends für Sie zusammengestellt:

Trend 1: Räume gestalten mit Vorwandinstallationen

Die Vorwandinstallation ist im Bad der Superstar in Sachen Innenarchitektur. Eine Vorwandinstallation ist eine Wand, die aus Metallprofilen aufgebaut, und mit Gipskartonplatten verplankt wird. Nach der Montage der Sanitärobjekte kann sie befliest, verputzt oder gestrichen werden und ist von einer massiven Wand kaum mehr zu unterscheiden. Die Vorwandinstallation spart bei der Erneuerung des Rohrnetzes das Schlitze klopfen: Die alten Leitungen bleiben in der alten Wand, die neuen werden in der Vorwand verlegt. Die Vorwandinstallation kann weit mehr, als Rohre und den WC-Spülkasten beherbergen: Sie ist ein Gestaltungselement des Bades. Mit ihr lassen sich auch Duschen abtrennen oder der WC-Bereich. Diese Wände sind tragfähig – man kann auch ein wandhängendes WC bedenkenlos daran befestigen. 

Trend 2: Bodeneben Duschen für Alle

Vorbei sind die Zeiten, als Duschen aus einer Duschwanne und einer Duschwand aufgebaut waren – in beides musste man wegen des Duschrandes zum Teil umständlich hineinklettern. Heute werden Duschen zum Großteil bodeneben ausgeführt. Das hat Vorzüge in der optischen Wirkung, in der Reinigungsfreundlichkeit und bei der Nutzung durch Kinder sowie alte oder körperlich eingeschränkte Personen. Die Bilder zeigen verschiedene Ausführungen.

Bodenebene Duschen lassen sich oft auch im Altbau – also bei der Badrenovierung –realisieren. Es genügt ein Bodenaufbau von nur rund 65 Millimeter Höhe, um einen Raumsparablauf zu installieren. 

Der Punktablauf

Beim Punktablauf wird das Wasser über ein Gefälle einem Ablauf, meist in der Mitte der Dusche, zugeführt. Der Boden ist in der Regel gefliest – entweder auf einem Duschboard, das das Gefälle bereits eingebaut hat oder über einen Estrich mit Gefälle. Vorteil: Durchgängiger Badboden.

Die Duschrinne

Eine Edelstahlrinne mit eingelegtem Edelstahl-Rost im Boden entwässert den Duschbereich. Auch hier ist ein Gefälle im Fliesenboden nötig, das Duschwasser der Rinne zuführt. Vorteil: Durchgängiger Badboden und sichere Entwässerung.

Die Duschfläche

Bodenebene Duschflächen zum Bodeneinbau gibt es aus Sanitäracryl, Stahl-Email oder Kunstharzmaterialien. Je steifer die Duschfläche, umso geringer sind die Verwindungen beim Betreten und desto länger halten die Silikonfugen an der Duschfläche.

Trend 3: Badmöbel räumen das Bad auf

Die zarten Anfänge des Badmöbels trugen in Deutschland den Namen „Alibert“. Dieser Kunststoffspiegelschrank mit Türen und Lichtleiste ist der Ahnherr des modernen Badmöbels. Während man in ihm nur Zahnbürsten und Rasierzeug verstauen konnte, sind moderne Badmöbelkonzepte die Aufräumspezialisten im Bad. Handtücher, WC-Papier, Schminkutensilien, Parfüms – kurz: alles, was Staub fangen kann, wird darin sicher untergebracht. Der Trend geht zu grifflosen Varianten mit gedämpften Schubladen und Türen. Und zu Badmöbeln mit ausreichend starker Beleuchtung am Spiegelschrank.

Trend 4: Wandhängend ist leichter sauber zu halten

Ob Möbel oder WC: am besten wird im Bad alles an die Wand montiert. Das optimiert die Reinigungsfreundlichkeit, denn man kann den Nassraum einfach durchwischen. Zudem vergrößern freie Bodenflächen optisch den Raum. Bei den meist kleinen Räumen, die als Badezimmer genutzt werden, ist das kein unwillkommener Zusatzeffekt.

Trend 5: Tendenz zu Stahl-Email-Wannen

Die Wanne gehört zu den Luxusprodukten im Bad: Sie braucht Platz und wer sie gerne verwendet, braucht Zeit. Wer lange Zeit Freude an diesem ganz persönlichen Luxus haben will, sollte sich bei der Materialwahl gut informieren. Wie bei den Duschwannen gilt: Je steifer das Material, desto dauerhafter hält die Silikonfuge zur Wand dicht. Stahlwannen schneiden hier besser ab als Wannen aus Sanitäracryl. Bei letzteren ist allerdings die Formenvielfalt höher.

Trend 6: Reinigungsfreundlich muss das WC sein

Glauben Sie nicht, am WC sei der technische Fortschritt spurlos vorübergegangen. Da hat sich einiges getan. Wo immer möglich, werden WCs heute wandmontiert. Ideal zum drunter Durchwischen. Neu, und ebenfalls ein Gebot der Hygiene, sind sogenannte spülrandlose WCs. Die Keramik hat dabei im oberen Bereich keinen oder einen reduzierten Spülrand. Jeder, der diese Schmutzrinne schon einmal gereinigt hat, weiß warum Menschen, die auf Sauberkeit Wert legen, darauf gerne verzichten. Die Abstimmung der Spültechnik auf solche WCs ohne Spülrand sollte man dem Fachmann überlassen: Passen Spüldruck und Spülmenge nicht zur Keramik, kann es zum Überspritzen oder zu ungenügendem Ausspülen kommen.

Trend 7: Technik in die Wand

Mit den Vorwandinstallationen hat es angefangen: Darin sind Spülkästen, Zu- und Abwasserleitungen, Badmöbel und auch Abluftventilatoren oder Luftfilter gut untergebracht. Aber auch plan eingebaute Spültasten (Drückerplatten), in den Boden eingebaute Duschrinnen, Unterputz-Armaturen oder in der Decke integrierte Brausehimmel gehören in diese Kategorie. Das Bad wird wohnlicher, die Architektur kommt zur Geltung. Dank moderner Konstruktionen bleibt die Technik revisionierbar. Kurzum: Das Bad befreit sich von der Technik und wird zum echten Wohnraum.

Trend 8: Gutes Licht im Bad

Was Licht angeht, geht der Trend eindeutig zu einer guten Basisbeleuchtung am Spiegelschrank, denn dort wird das meiste Licht benötigt: zum Schminken oder Rasieren. Das Licht soll den Menschen beleuchten, der vor dem Spiegel steht. Dabei ist eine blendfreie Lichtleiste oben am Schrank das Mindeste. Noch besser sind zwei Lichtquellen je eine rechts und links vom Spiegel, weil diese Konstruktion Schatten im Gesicht vermeidet. Als Richtwert gelten mindestens 300 Lux rund 30 Zentimeter vor dem Spiegel. Eine zentrale Deckenleuchte sorgt im Bad für ungünstige Lichtverhältnisse, weil sie meist schräg von hinten strahlt. Besser ist indirekte Beleuchtung, weil sie weniger Schatten wirft und eine angenehme, weiche Grundbeleuchtung schafft. LED Lichtleisten sind dafür gut geeignet.

Trend 9: Schallschutz, damit der Sound stimmt

Viele Menschen wünschen sich Musik im Badezimmer. Ein romantisches Wannenbad mit Klaviermusik schafft Wellness-Atmosphäre. Für die Musik gibt es Einbaulautsprecher in die Vorwandinstallation und kleine Dockingstationen für digitale Musikspeicher – das gibt es sogar integriert in Lichtschaltersysteme. Bevor man sich jedoch um die aktive Beschallung kümmert, sollte man idealerweise die gute Raumakustik im Bad sicherstellen. Das Bad leidet akustisch unter den vielen harten Oberflächen, die Schall ungedämpft reflektieren. Doch dagegen gibt es Mittelchen: Beispielsweise die Reduktion des Fliesenanteils zugunsten von Akustikputz. Auch Akustikdecken leisten hier gute Dienste. Textilien wie Kissen oder Pflanzen helfen, die akustische Hygiene voranzutreiben. Und nicht zu vergessen: Lassen Sie sich von Ihrem Bäderbauer in Sachen normgerechtem Schallschutz beraten. Dabei geht es um die akustische Entkoppelung der Rohre und der Badeinrichtung – damit sich die Badgeräusche nicht in alle Räume des Hauses übertragen. 

Trend 10: Hygienisches Dusch-WC

WC-Papier ist nicht der Hygiene letzter Schluss. Bäderbauer empfehlen Dusch-WCs, die für perfekte Popo-Hygiene sorgen. Zur Reinigung des Hinterteils dient hier warmes Wasser. Das ist nicht nur sauberer, sondern es wirkt sich auch positiv auf die Volkskrankheit Hämorrhoiden aus. Mit Sicherheit immer ein sauberes Gefühl: Dusch-WCs gibt es von rund 1.000 bis 5.000 Euro mit oder ohne Strom. Während stromführende Dusch-WCs das Wasser in der Regel in einem Tank erhitzen, arbeiten stromlose Dusch-WCs mit Wasser aus dem Warmwassernetz.

Trend 11: Duschabtrennung auf Maß

Die Dusche ist die zentrale Ganzkörper-Erfrischungsstation im Bad. Früher passte sich das Bad an die Dusche an – heute werden Echtglas-Duschen auf Maß gefertigt und fügen sich damit in die Architektur ein. Das Aufmaß ist Sache des Bäderbauers, denn nachträgliche Änderungen sind nicht mehr möglich. Moderne Glasduschen haben reduzierte, im Glas plan eingebaute Beschläge, die ein schnelles und einfaches trocknen mit einem Duschabzieher ermöglichen. Die Gläser sind zudem mit einer abperlenden Oberfläche versehen und bleiben lange Zeit ansehnlich.

Trend 12: Fliesen okay, aber Fugen sind out

Fliesen sind eine pflegeleichte Sache – wenn da nicht die Fugen wären. Deshalb geht der Trend zu großen Fliesenformaten oder gar durchgehendem Plattenmaterial. Das muss übrigens nicht aus Fliese sein; es gibt eine Menge Alternativen von Naturstein bis zu Kunststoff oder Quarzstein bis hin zu Glas. Teilweise werden die Nasszonen mit diesen Materialien belegt und die restlichen Wandflächen mit lackimprägnierten Putzen versehen.

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